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News vom 06.06.2011
Better Finance im Juni 2011
1. Wie schnell sich die Zeiten ändern oder: Wettbewerb bei der Kreditvergabe
2. Das geheime Wachstum von Family Equity
Die Meinungen gehen gerade auch in der Presse auseinander, Tatsache ist aber: Das Zinsniveau ist nach wie vor niedrig (allerdings mit steigender Tendenz), die Auftragslage zumeist gut bis sehr gut und viele Unternehmen sind in Investitionslaune. Ein idealer Zeitpunkt für die Kreditaufnahme?
Venture Capital ist nicht jedermanns Sache, Private Equity erfordert hohen Kapitaleinsatz, Direktinvestitionen bieten keine Risikostreuung. In diesem Umfeld der unternehmerischen Investitionen wächst im Verborgenen das Segment Family Equity. Eine Betrachtungsweise aus Investoren- und Kapitalnehmer-Sicht und warum direkte Investitionen in unternehmerische Aktivitäten durch Family Equity an Bedeutung gewinnen wird.
1. Wie schnell sich die Zeiten ändern oder: Wettbewerb bei der Kreditvergabe
In Zeiten guter Konjunkturlage treten alternative Finanzierungen bei vielen Unternehmen wieder in den Hintergrund. Denn nach wie vor gilt: Die klassische Finanzierung über Kredite mit der Hausbank stellt nach wie vor das zentrale Finanzierungsinstrument dar, doch auch hier hat die Finanzkrise ihre Spuren gelassen. Die Bedingungen haben sich geändert, die Anforderungen bei der Kreditvergabe sind höher geworden, die Einbeziehung von Covenants (Kreditnebenbedingungen) sind täglicher Usus und der Informationsbedarf der Banken ist angestiegen.
Aber auch: Die 2010-Bilanzen zeigen zumeist wieder deutliche bessere Zahlen als im Jahr davor und bieten eine gute Verhandlungsgrundlage. Wenn Sie als Unternehmer diese Gegebenheiten zu nutzen wissen, haben Sie eine hervorragende Ausgangsbasis, um für Ihr – natürlich in Abstimmung mit Ihrer mittel- und langfristigen Planung - ausgerichtetes Finanzierungsvolumina attraktive Zinskonditionen und Bedingungen (Covenants, Besicherungen, Laufzeiten) auszuhandeln. Zu einer guten Finanzierungsstruktur gehört eine sehr gute Vorbereitung:
3 Beispiele, wie Sie optimale Ergebnisse erzielen können:
-Verknüpfen Sie Strategie und Finanzplanung
-Schaffen Sie aktiv konstruktiven Wettbewerb
-Überzeugen Sie mit Ihrer Finanzkommunikation
Strategie und Finanzplanung
Die Kreditprüfung beschäftigt sich mit historischer und zukünftiger Betrachtung, wobei auf letzter vermehrt der Schwerpunkt gelegt wird. Verfügen Sie über eine definierte Strategie, welche Auswirkung hat diese Strategie auf Ihre operative Planung, welcher Finanzbedarf entsteht aus dieser Strategie? Belegen Sie somit genau, warum welcher Kapitalbedarf auftreten wird (Expansion in neue Märkte, Investition), welche Erwartungen und Ergebnisverbesserungen sie daraus erwarten und welche Chancen und Risiken für Ihr Unternehmen daraus entstehen. Strategie und Finanzplanung müssen kongruent und belastbar sein.
Aktiv konstruktiven Wettbewerb schaffen
Arbeiten Sie mit 2 oder 3 Banken zusammen, kommunizieren Sie dies offen gegenüber allen Beteiligten und geben Sie Finanzierungsmöglichkeiten vor: Anstatt einen großvolumigen Kredit bei Ihrer Bank (bzw. Banken) anzufragen, können Sie die Banken an einen Tisch bringen, um gemeinsam Lösungen zu finden. Syndizierte Kredite (Aufteilung des Volumens in mehrere Tranchen) unter Führung eines Hauses bieten interessante Lösungen.
Finanzkommunikation
Vertrauen ist eine langfristige Angelegenheit. Informieren Sie Ihre Kapitalgeber daher wiederholt und regelmäßig, unabhängig davon, ob Sie aktuellen Kapitalbedarf haben. Informieren Sie über Planungen, zentrale Kennzahlen, wichtige Aufträge / Verträge / Veränderungen, ehrlich und umfassend. Eine intensive Finanzkommunikation ist zumeist individuell auf Ihr Unternehmen abgestimmt, liefern Sie mehr als von Ihnen erwartet wird.
Hinweis:
Aus unserer Beratungstätigkeit haben wir 8 wesentliche Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Fremdkapitalaufnahme identifiziert. Die methodische Vorgehensweise können Sie unverbindlich anfordern über info@fischer-ccf.de
2. Das geheime Wachstum von Family Equity
Das Nettogesamtvermögen der Bundesdeutschen ist wieder stark angestiegen und gemäß kürzlich veröffentlichter Daten wird es weiterhin stark wachsen. Die guten Unternehmensgewinne, Verkäufe aus Unternehmensanteilen sowie Erbschaftssituationen leisten einen wesentlichen Beitrag hierzu. Doch worin kann dieses Kapital investiert werden, wenn es denn weiter unternehmerisch eingesetzt werden soll?
Der Einsatz des Familienvermögens (Family Equity) in Unternehmens-
beteiligungen oder – übernahmen stellt ein interessantes Vehikel dar,
um weiterhin attraktive Renditen erzielen zu können und zudem
unternehmerisch tätig zu sein. Die Form der direkten Investition
in ein Unternehmen ist für viele weitaus attraktiver,
als über dazwischengeschaltete Gesellschaften wie Private Equity,
Investmentfonds etc.
Hierfür gibt es wesentliche Gründe:
Das eingesetzte Kapital wird nicht verwässert und durch laufende Gebührenstrukturen reduziert.
Eine unternehmerische Mitwirkung ist oft gewünscht, wobei dieBandbreite von der Beiratstätigkeit bis zum tatsächlichen Eingriff in das operative Geschäft groß sein kann
Hohe Renditeerwartungen können am Kapitalmarkt mit entsprechendem Risikoprofil nicht erfüllt werden
Family Equity stellt nicht den Exit im Vordergrund, sondern es werden langfristige Engagements bevorzugt
Selbstverständlich sind die Erwartungen an einer Beteiligung immer sehr individuell, der Kapitaleinsatz entsprechend vielschichtig. Festzustellen ist jedoch: Family Equity bietet für immer mehr Unternehmer die Kombination aus Erwartung an eine hohe Rendite bei gleichzeitig langfristiger Vermögenssicherung.
Wir werden das Thema verfolgen und Sie weiterhin darüber informieren
News vom 09.02.2011
Die Bedeutung österreichischer Banken wächst
Österreichische Banken spielen eine immer stärkere Rolle bei der Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen, vor allem in Süddeutschland.
Die Aktivitäten einiger österreichischer Banken gehen weit über die Grenzregionen hinaus, teilweise kann schon von einer flächendeckenden Versorgung gesprochen werden. Aus unserer Erfahrung und in Gesprächen mit unseren Kunden hat sich gezeigt, dass österreichische Banken bei der Kreditvergabe und Einräumung eines Kontokorrent zumeist etwas unkomplizierter vorgehen als ihre deutschen Wettbewerber.
Ein Banker einer regionalen Sparkasse meinte hierzu in einem Gespräch mit mir, dass sich diese Banken unter Umständen ein zu hohes Risiko einkaufen und in Krisensituationen ein schneller Rückzug aus den laufenden Engagements erfolgen würde. Die Hausbank bzw. die regional tätige Bank biete somit einen höheren Sicherheitsaspekt als der österreichische Wettbewerber.
Wir können hier weder das eine noch das andere bestätigen und wollen es nicht bewerten. Klar ist aber, dass der Wettbewerb unter den Banken durch die österreichischen Institute angeheizt wird und ein Unternehmen mit Finanzierungsbedarf diese Situation für sich nutzen sollte. Gerade bei mittel- und langfristig aufgebauten Finanzierungsstrategien sollte diese Wettbewerbssituation in Betracht gezogen und für ein Angebot genutzt werden.
Eine Liste der in Deutschland tätigen österreichischen Banken, die uns bekannt sind (rund 140 Institute!) stellen wir Ihnen gerne unverbindlich als PDF zur Verfügung.
News vom 31.01.2011
BETTER FINANCE im Februar
„Wir stehen vor einer radikalen Trendwende“ warnt McKinsey-Chef Mattern in einem aktuellen Interview im Manager Magazin.
Gemeint ist die weltweite Gefahr einer Kapitalknappheit, die zwangsläufig zu steigenden Zinsen führen wird. Gerade deutsche Unternehmen mit ihrer schon fast traditionell niedrigen Eigenkapitalquote müssen daher die steigenden Kapitalkosten in ihre zukünftige Ergebnisbetrachtung einkalkulieren und ihre Unternehmensfinanzierung unter Betrachtung verschiedener Szenarien auf sichere Beine stellen.
Eine langfristige und kurzfristige Betrachtung des Euribor (Zinssatz im Interbankengeschäft) der letzten Monate unterstützt das Szenario eines wieder deutlich steigenden Zinses:
Spiegel-Online erwartet eine deutlich steigende Inflationsrate von bis zu 4% und beruft sich dabei auf „führende Bankvolkswirte“, was die Theorie und Prognose eine steigenden Zinsniveaus zudem befeuern dürfte.
Bei allen Prognosen ist aber festzustellen, dass wenig bis keine Aussagen über den Zeitraum des gefürchteten Inflations- und Zinsanstiegs gemacht werden. Panik ist also nicht angebracht, vielmehr empfehlen wir, das noch niedrige Zinsniveau mittels Kapitalzusagen zu nutzen, den mittel- und langfristigen Kapitalbedarf des Unternehmens mit Strategie und Planung in Übereinstimmung zu bringen und alternative Finanzierungsformen (Bsp. Beteiligungskapital) in Betracht zu ziehen.
Bei Rückfragen oder weiteren Informationen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Ihr
Harald Fischer